Baumberger
Details
Fokus: Umbau und Transformation eines Reiheneinfamilienhauses von 1932, Rückbau bis auf die tragenden Bauteile, neue Raumorganisation und ausgebautes Dachgeschoss, Friesenberg, Zürich.
Nummer: 1127.00
Disziplin: Architektur, Innenarchitektur
Typologie: Wohnen
Leistung: 3 Projektierung, 4 Ausschreibung, 5 Realisierung
Jahr: 2025
Standort: Georg-Baumberger-Weg 33, 8055 Zürich
Kunde: Privat
Fotograf: Studio Gataric Fotografie
Das Projekt
Weiterbauen im Bestand beginnt am südlichen Hang des Uetlibergs, im von Wohnsiedlungen und Grünräumen geprägten Quartier Friesenberg im Kreis 3, das zur 1893 in die Stadt Zürich eingemeindeten Gemeinde Wiedikon gehört und ab den 1920er-Jahren etappenweise als Gartenstadt mit genossenschaftlichen Siedlungen überbaut wurde . Das Haus steht am Georg-Baumberger-Weg, einer 1932 nach dem Politiker, Nationalrat und Schriftsteller Georg Baumberger benannten Erschliessungsstrasse mit einheitlicher Reihenhausstruktur . Das Reihenhaus von 1932 wird zwischen Februar 2024 und Dezember 2025 in mehreren Etappen bis auf die tragenden Bauteile zurückgebaut und baulich, räumlich sowie energetisch weitergebaut. Im Erdgeschoss ersetzt eine neue Stahlbetonbodenplatte die bestehende Konstruktion, Teile der alten Hourdisdecken werden entfernt und durch Geschossdecken in Holzbauweise ergänzt, Küche, Bad und Gebäudetechnik sind vollständig erneuert; konstruktiv und haustechnisch entspricht das Haus damit einem Neubau im Bestand, ohne seine Herkunft zu verleugnen.
Die Transformation setzt im Inneren an: Die innere Organisation wird neu gelesen und entlang heutiger Wohnbedürfnisse präzisiert, vom Unter- bis zum Dachgeschoss sind alle Geschosse typologisch neu gefasst. Eine einläufige Metalltreppe verbindet den ehemaligen Keller mit den Wohngeschossen und dem ausgebauten Dach und bildet das Rückgrat der vertikalen Erschliessung. Das Dachgeschoss, zuvor nur eingeschränkt nutzbar, wird durch vier neu eingefügte Dachflächenfenster und die klare Anbindung an die übrigen Geschosse zu einem vollwertigen Aufenthaltsbereich mit gleichmässiger Belichtung. Besonderes Augenmerk gilt der Adressbildung an der Nordseite, wo der Haupteingang vom bisherigen aussenliegenden Zugang abgekoppelt und ins Erdgeschoss verlegt wird; die frühere Eingangstür bleibt als rundes Fenster in der Fassade ablesbar und markiert die Transformation des Hauses innerhalb der Reihe. Eine auskragende Betonplatte definiert den neuen Eingang, und ein 1.20 m vorspringendes Vordach mit Diagonalstreben nimmt deren Linie auf und führt sie als horizontales Motiv über die Fassade weiter.
An der Südfassade reagiert die Öffnungsstruktur auf die neue innere Disposition: Ein verbreitertes Fenster im Erdgeschoss stärkt die Beziehung zum Garten und verbessert die natürliche Belichtung der Haupträume, ohne die tektonische Ordnung der Reihenfassade zu unterlaufen, während im rückwärtigen Bereich Monobetonelemente die Aussenräume fassen und zusammen mit den innenräumlichen Eingriffen eine klare Sequenz von Eingang, Wohnen und Garten bilden. Gestalterisch knüpft das Projekt an die Sprache des Bestandes an, ohne diese zu imitieren; Farbkonzept, Proportionen und Linienführung werden aufgenommen, in der Materialisierung geschärft und in eine präzise, zeitgenössische Detaillierung übersetzt. Die Eingriffe bleiben als neue Schicht ablesbar und bewahren zugleich den Charakter der ursprünglichen Reihentypologie. So entsteht innerhalb der homogenen Häuserzeile ein eigenständiges, zukunftsgerichtetes Raumgefüge, das die Qualitäten des Quartiers Friesenberg als Wohnlage am Fuss des Uetlibergs stärkt.
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